Was tun, wenn die Bühne nicht mehr reagiert – aber der Korb noch in 25 Metern Höhe steht? Den Notablass betätigen?
Diese Sicherheitseinrichtung sorgt dafür, dass du im Notfall sicher wieder auf den Boden kommst – auch wenn das reguläre Absenken nicht mehr funktioniert. In diesem Beitrag erfährst du, was der Notablass ist, wie er funktioniert, wann du ihn brauchst und worauf du unbedingt achten musst.
Was ist ein Notablass – und wofür ist er da?
Der Notablass ist eine technische Sicherheitsvorrichtung, mit der sich die Plattform einer Arbeitsbühne kontrolliert und sicher absenken lässt, wenn das normale Steuerungssystem ausfällt.
Typische Auslösesituationen
- Stromausfall oder Batterieschaden
- Ausfall der Steuerung oder Hydraulik
- Medizinischer Notfall im Arbeitskorb
- Störung des Fahr- oder Hebesystems
Ziel: Der Bediener muss gefahrlos vom Gerät zurück auf den Boden gelangen können – unabhängig vom Systemstatus.
Wie funktioniert der Notablass?
Je nach Bühnentyp und Hersteller gibt es unterschiedliche Systeme, zum Beispiel:
- Manuelle Handpumpe
- Hydraulisches Notablassventil
- Zweite Energieversorgung (z. B. 24V-Notbetrieb)
Allen gemeinsam ist: Sie umgehen die Hauptsteuerung und ermöglichen das kontrollierte Absenken – in der Regel vom Boden aus, durch eine zweite Person.
Wichtig: Der Notablass darf nur von geschultem Personal oder nach Einweisung betätigt werden. Eine falsche Bedienung kann zu einem ruckartigen Absenken oder sogar zu Umsturzgefahr führen.
Als Mieter einer BIBERGER Arbeitsbühne kontaktieren Sie im Zweifel unseren 24/7 Notdienst. Liegt ein medizinischer Notfall vor, kontaktieren Sie vorab zwingend den Notruf!
Wann wird der Notablass verwendet?
Der Notablass kommt immer dann zum Einsatz, wenn das normale Absenken der Bühne nicht mehr möglich oder zu riskant ist.
Das kann folgende Gründe haben:
- Die Bühne reagiert nicht mehr auf Steuerbefehle.
- Ein Bediener im Korb benötigt medizinische Hilfe.
- Der Not-Aus-Schalter wurde betätigt – aber das System fährt nicht mehr hoch.
- Die Plattform befindet sich in einer Position, in der der Korb nicht sicher verlassen werden kann.
Beispiel aus der Praxis:
Ein Monteur steht in 24 m Höhe auf einer Gelenkteleskopbühne. Plötzlich versagt die Steuerung. Ein Kollege am Boden nutzt den Notablass – und senkt die Bühne manuell ab.
Ergebnis: Kein Unfall, keine Panik – dank funktionierender Notsteuerung.
Wo befindet sich der Notablass?
Der Standort des Notablasses ist je nach Gerät unterschiedlich, aber er muss laut Vorschrift:
- leicht zugänglich vom Boden aus erreichbar sein
- gut sichtbar und dauerhaft gekennzeichnet sein
- in der Einweisung und in der Betriebsanleitung erklärt werden
In der Praxis befindet sich der Notablass meist am Fahrgestell, neben dem Steuerkasten oder direkt an der Hydraulikpumpe.
Verwechslung vermeiden:
- Notablass = senkt die Bühne
- Not-Aus-Schalter = unterbricht die Stromzufuhr

Begriff nicht verwechseln: Der Not-Aus-Schalter stoppt die Bühne, der Notablass senkt die Bühne. Auf dem Bild zu sehen: oben Notablass (grün), Not-Aus-Schalter (rot) - Hersteller Niftylift
Was passiert nach der Nutzung des Notablasses?
Einmal aktiviert, ist der Notablass kein “Reset-Knopf” – sondern ein Notvorgang. Die Bühne darf danach nicht einfach weiter genutzt werden, sondern muss sofort geprüft und ggf. repariert werden.
Vorgehensweise nach Notablass:
- Maschine abschalten / Not-Aus aktivieren
- Vermieter informieren (bei Mietbühne) oder interne Wartung verständigen
- Bühne auf Schäden prüfen – insbesondere:
Hydraulikleitungen
Energieversorgung
Steuerung - Wartung laut Herstelleranleitung durchführen
- Erst nach Freigabe wieder in Betrieb nehmen
Wichtig: Jede Notablass-Auslösung ist ein Hinweis auf eine mögliche Störung – und muss ernst genommen und dokumentiert werden.
Warum ist der Notablass so wichtig?
Weil er im Zweifel über Leben und Gesundheit entscheidet.
Gerade bei Einsätzen auf Baustellen, an Fassaden oder in Hallen mit viel Bewegung ist es unerlässlich, dass du innerhalb von Sekunden eine sichere Rückführung aus der Höhe garantieren kannst. Der Notablass ist deshalb ein zentrales Element jeder Gefährdungsbeurteilung und Einsatzplanung.
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