Mietkosten Gerüst

Du planst Arbeiten in der Höhe und willst schnell, sicher und kosteneffizient vorankommen? Dann stehst Du vor der Grundsatzfrage: Gerüst oder Arbeitsbühne – und was kostet Dich das unterm Strich wirklich?

In diesem Guide bekommst Du eine klare Orientierung: Was kostet ein Gerüst in der Praxis, welche Zusatzkosten kommen obendrauf und wann macht eine Arbeitsbühne die Sache unterm Strich günstiger und schneller?

Die schnelle Entscheidungshilfe – in 60 Sekunden

Ein Gerüst eignet sich für lange, großflächige Arbeiten an zusammenhängenden Fassaden/Decken. Arbeitsbühnen spielen ihre Stärke aus, wenn Du Tempo, Flexibilität und häufige Positionswechsel brauchst.

  • Projektdauer: Wochen/Monate am selben Objekt → Gerüst. Tage/wenige Wochen mit vielen Wechseln → Bühne.
  • Arbeitsinhalte: Dämmung, Putz, großflächiger Fassadenanstrich → Gerüst. Montage, Wartung, punktuelle Einsätze → Bühne.
  • Zugänglichkeit: Hindernisse, Engstellen, wechselnde Seiten → Bühne. Freie, lange Fassadenflächen → Gerüst.
  • Untergrund: Eben/tragfähig → beides möglich. Gelände/uneben → oft geländegängige Bühne schneller.
  • Team Sicherheit: Gerüst braucht fachgerechten Aufbau. Bühne bringt integrierte Sicherheitsfeatures mit.

Wenn Du spontan verschiedene Gebäudeseiten anfahren willst oder die Baustelle lebendig ist (Gewerke wechseln, Lieferverkehr, enge Takte): Arbeitsbühne. Wenn Du eine große Fläche kontinuierlich abarbeitest, lohnt sich meist das Gerüst.

Preisliste: Was kostet ein Gerüst wirklich? (realistische Preisrahmen)

Der sichtbare m²-Preis ist nur die halbe Wahrheit. In der Praxis entstehen Gesamtkosten aus: Grundmiete (meist 2–4 Wochen), Auf-/Abbau, Transport, sowie optional Netze/Planen/Schutzdächer und Genehmigungen. Je nach Lastklasse und Projekt kann der Anteil der Nebenkosten 30–50 % betragen.

Typische Preisbereiche je m² (Grundmiete, 2–4 Wochen)

Einsatz Preis je m² Typische Anwendung
Fassade, Standard (LK 3, SW 06) 5–11 € leichte/mittlere Arbeiten wie Streichen, kleine Ausbesserungen
Fassade, höhere Lastklassen (LK 4–5) 6,5–15 € Maurer-, Dachanschluss-, schwerere Montagearbeiten
Innen-/Raumgerüst 3–13 € Deckenarbeiten, Innenausbau, Technikführungen

Folgewochen sind deutlich günstiger, weil der Aufbau steht: kalkuliere grob 0,40–1,40 € je m²/Woche für die zusätzliche Standzeit. Bei langen Projekten macht genau diese Stellschraube den Unterschied.

Rollgerüste (fahrbar) – wenn es kurz flexibel sein soll

Rollgerüste sind ideal für kurze, punktuelle Einsätze in moderaten Höhen. Du zahlst keine Montagekosten und bleibst beweglich. Grenze: Arbeitshöhe sowie der Bedarf an Handlingsfläche.

Arbeitshöhe 1. Woche Folgewoche Tagesmiete
bis ca. 4,5 m 115–125 € 85–95 € ca. 25–40 €
bis ca. 7,5 m 145–155 € 115–125 € ca. 40–70 €
bis ca. 10,5 m 175–210 € 145–185 € ca. 60–90 €

Praktischer Hinweis zu Rollgerüsten:

  • Sinnvoll bei kurzen Einsätzen (1–3 Wochen), Innenbereich oder sehr ebener Fläche, moderaten Höhen (bis ca. 10–12 m) und häufig wechselnden Einsatzorten.
  • Weniger geeignet für lange Außenfassaden mit Wind/Wetter, unebene oder schlecht tragfähige Böden, höhere Lastklassen (LK 4+) und sehr enge Baustellen mit wenig Rangierfläche.

Faustregel: Unter ca. 2 Wochen ist das Rollgerüst oft günstiger als ein stationäres Fassadengerüst. Ab 3+ Wochen gewinnt das stationäre Gerüst – vor allem bei zusammenhängenden Flächen.

Die versteckten Kostentreiber im Gerüstverleih – unbedingt mitkalkulieren

Nebenkosten entscheiden über „günstig” oder „böse Überraschung”. Plane sie von Anfang an ein – und frage Angebote immer leistungsgenau ab, damit Du vergleichbare Zahlen hast.

Auf-/Abbau und Abnahme

Für stationäre Gerüste fällt fast immer eine Position für Auf-/Abbau an. Sie hängt von Höhe, Geometrie und Lastklasse ab. Rechne beim Standard mit 4–10 € je m². Die technische Abnahme ist häufig enthalten, kann aber je nach Region getrennt ausgewiesen werden. Je komplexer der Baukörper (Erker, Vorsprünge, Dachüberstände), desto höher der Aufwand.

Transport / Anfahrt

Transport ist oft pauschal: 150–250 € regional, bei längeren Distanzen oder separaten Touren auch 200–500 €. Ob Hamburg, Berlin oder München – in der Praxis lohnt sich ein regionaler Anbieter der Gerüstvermietung, weil die Logistik einfacher und günstiger ist. Bei großen Projekten mit vielen Tonnen Material kann es Sonderlösungen geben – die sind planbar, wenn Du sie frühzeitig adressierst.

Netze, Planen, Schutzdächer

Sicherheits- und Wetterschutz schützen Team, Umfeld und Baufortschritt – verursachen aber Zusatzkosten. Als Richtwerte kannst Du ansetzen:

Zusatz Preis Einheit Wofür sinnvoll?
Seitenschutz-/Fangnetz 4–8 € je lfm Absturzsicherung, Schutz für Passanten
Staubschutznetz 2–5 € je m² Sanierung, Schleif-/Abbrucharbeiten
PE-/Gerüstplane 0,90–11 € je m² Wetter-/Sichtschutz; Qualität macht Preis
Schutzdach 19–33 € je lfm durchgehender Regen-/Sonnenschutz (empfohlen für Putz- und Malerarbeiten)

Zu den Schutzdächern wichtig: Die 19–33 €/lfm beziehen sich auf die Miete des Schutzdach-Trägersystems je laufendem Meter Fassadenbreite, typischerweise bei Dachbreiten von ca. 2,5–3 m. Beispiel: 20 m Fassadenbreite × 25 €/lfm = 500 € Miete für den Zeitraum der Gestellung. Montage/Demontage sind je nach Anbieter inklusive oder schlagen mit ca. 5–10 % extra zu Buche. Plane/Netz als reiner Sicht-/Wetterschutz ist günstiger, bietet aber keinen geschlossenen Arbeitsbereich wie ein echtes Schutzdach.

Lastklassen – welche braucht Dein Projekt?

Ein Gerüst wird nicht für alle Arbeiten gleich belastet. Die Lastklasse (LK) gibt an, wie viel Gewicht (Personal + Material) pro Quadratmeter Belagsfläche zulässig ist. Sie beeinflusst direkt die Kosten.

Lastklasse Max. Last (kN/m² / kg) Typische Anwendung Ungefähre Preisdifferenz
LK 1 0,75 kN/m² (75 kg) Inspektionen, Sichtprüfungen Basis
LK 2 1,50 kN/m² (150 kg) Leichte Arbeiten ohne Materiallager Basis
LK 3 2,00 kN/m² (200 kg) Maler-, Putz-, Fassadenarbeiten, kleine Reparaturen am häufigsten, günstig
LK 4 3,00 kN/m² (300 kg) Montage, Mauerwerk, Dachanschlüsse ca. +30–50 % teurer
LK 5 4,50 kN/m² (450 kg) schweres Mauerwerk, Beton, Materiallager teilweise +50–100 % teurer
LK 6 6,00 kN/m² (600 kg) Sonderkonstruktionen, extreme Lasten Individuelle Kalkulation

Praxisbeispiele: Fassadenanstrich mit zwei Personen → meist LK 3. WDVS-Dämmung mit vielen Paketen auf dem Gerüst → oft LK 4. Neubau mit schweren Steinen, Paletten auf dem Gerüst → eher LK 5.

Wichtig: Unterschätze die Lastklasse nicht. Zu niedrig gewählte LK gefährdet Sicherheit und kann im Schadenfall haftungsrelevant sein. Der Gerüstvermieter fragt nach den geplanten Arbeiten – hier solltest Du ehrlich und eher „zu hoch“ als „zu niedrig“ angeben.

Kosten-Faustregel: Jede Lastklasse-Stufe höher kann 20–50 % Aufschlag bedeuten.

Bodenbelastung – muss Dein Untergrund das tragen?

Ein Gerüst belastet den Untergrund über seine Fußspindeln stark. Diese Flächenlast wird oft unterschätzt und kann zum Showstopper werden.

Bodenart Typische zulässige Bodenpressung Beurteilung
Beton / guter Asphalt ≥ 300 kN/m² sehr gut geeignet
Pflaster / Kopfsteinpflaster ca. 150–250 kN/m² gut, aber Aufbau prüfen
verdichtetes Erdreich ca. 100–150 kN/m² nur mit Unterlagen sinnvoll
lockerer Lehm/Sand ca. 50–100 kN/m² starke Lastverteilung nötig
sehr weicher Boden / Moor < 50 kN/m² meist ungeeignet für Gerüste

Lastverteilungsunterlagen (Bohle, Platten) vergrößern die Aufstandsfläche und senken den Druck deutlich. Plane grob 15–30 € pro Fußspindel für Unterlagen ein – je nach Projektdauer und System.

Check vor Ort: Bodenart, Gefälle, Entwässerungsrinnen, Schächte und unterirdische Leitungen (Gas, Wasser, Strom) gehören in die Planung. Ein feuchter oder schlecht tragfähiger Boden kann den Gerüstpreis durch zusätzliche Unterlagen schnell verdoppeln.

Sondernutzungsgebühren nach Städten – aktuelle Vergleichswerte

Die Gebühren für Gerüste im öffentlichen Raum unterscheiden sich stark nach Kommune. Drei Beispiele zeigen die Größenordnungen.

München – neue gestaffelte Gebühren ab 01.01.2026

Die Stadt München hat ihre Sondernutzungsgebühren für Gerüste und Baustelleneinrichtungen neu strukturiert. Kleine und kurze Baustellen bleiben günstig, große und lange Projekte werden deutlich teurer.

Kleine und kurze Baustellen (weiterhin günstig):

  • Baustellen bis 50 m² oder Dauer bis 12 Wochen: einheitlich 1,50 €/m²/Woche
  • Unabhängig von der Dauer innerhalb dieser Grenzen

Große oder lange Baustellen (gestaffelt):

Für Baustellen über 50 m², die länger als 12 Wochen dauern, steigen die Gebühren mit Größe und Dauer. Richtwerte (Normallage, z. B. Straßengruppe II):

Größe Wochen 1–13 Wochen 14–52 Wochen 53–78 ab Woche 79
bis 50 m² 1,50 € 1,50 € 1,50 € 1,50 €
51–150 m² 1,50 € 2,00 € 2,50 € 3,00 €
151–300 m² 1,50 € 2,50 € 4,00 € 5,00 €
301–500 m² 1,50 € 3,00 € 6,00 € 8,00 €
über 500 m² 1,50 € 4,00 € 8,50 € 12,00 €

Innenstadt-Zuschlag: Für zentrale Lagen (z. B. Stadtbezirke 1–3, Mittlerer Ring, höherwertige Straßengruppen) gilt ein Aufschlag von rund +50 % auf die obigen Sätze.

Beispiel: 150 m² Gerüst, 16 Wochen, normale Straße: Wochen 1–13 mit 1,50 €/m²/Woche, Wochen 14–16 mit 2,00 €/m²/Woche. Je nach Zone können so schnell fünfstellige Gebühren zusammenkommen. Ziel der Staffelung: Langbaustellen unattraktiver machen und schnelle, kompakte Bauweisen fördern.

Berlin – Sondernutzungsgebühren mit Verwaltungsgebühren

Berlin rechnet monatsweise ab. Für Gerüste auf öffentlichem Straßenland fallen an:

  • Sondernutzungsgebühr: ca. 2,00–7,50 €/m²/Monat (je nach Lage und Straßengruppe)
  • Verwaltungsgebühren: je nach Fläche z. B. ca. 80–200 € (bis 100 m²), 150–650 € (101–500 m²), bis zu etwa 1.200 € bei großen Flächen

Überziehung der Nutzungszeit: Wer die genehmigte Zeit überschreitet, zahlt deutlich mehr – die Gebühr kann auf bis zu ca. 4,00–20,00 €/m²/Monat steigen. Bei ungenehmigter Nutzung drohen zusätzlich Bußgelder ab rund 100 €.

Gerüste auf rein privatem Grund sind gebührenfrei, solange sie nicht in den öffentlichen Raum ragen.

Hamburg – Wertstufensystem mit konkreten Richtwerten

Hamburg nutzt ein Wertstufensystem: je zentraler und frequenter die Straße, desto höher die Gebühr. Maßgeblich ist die Wertstufe der Straße laut städtischer Gebührenordnung.

  • Richtwerte: ca. 3,30–4,70 €/m²/Woche für Gerüste und Baustelleneinrichtungen – abhängig von Wertstufe und Dauer.
  • Mindestgebühr: meist um 35 € pro Genehmigung.
  • Bei unerlaubter Nutzung: mindestens ca. 100 € Bußgeld plus erhöhte Gebühren.

Tipp: Die konkrete Wertstufe Deiner Straße erfährst Du beim zuständigen Bezirksamt. Sie hat großen Einfluss auf die Gesamtkosten.

Versicherung und Haftung beim Gerüst

Gerüstbau bringt nicht nur Kosten, sondern auch Verantwortung. Versicherung und Haftungsfragen solltest Du vor dem Aufbau klären.

Betriebshaftpflicht Gerüstbau

Gerüstbaufirmen sichern sich über eine spezielle Betriebshaftpflicht ab. Deckungssummen liegen häufig bei 3–5 Mio. €, Jahresbeiträge beginnen grob ab rund 200 € aufwärts. Versichert sind typischerweise Montage-, Mietsach- und Umweltschäden.

Hausrat- und Bauherrenpflichten

Als Eigentümer solltest Du den Gerüstaufbau Deiner Hausratversicherung melden – wegen des erhöhten Einbruchrisikos. Fenster geschlossen halten, Rollläden nutzen, Türen sichern. Eine Beitragserhöhung folgt in der Regel nicht, kann aber vertraglich geregelt sein.

Ebenso wichtig: die Bauherrenhaftpflicht. Sie schützt Dich vor Ansprüchen Dritter bei Unfällen oder Schäden im Umfeld der Baustelle. Ohne diesen Schutz haftest Du für Schäden teilweise auch ohne eigenes Verschulden.

Haftungsrisiken im Überblick

  • Bauherren haften verschuldensunabhängig für bestimmte Störungen und Schäden durch beauftragte Firmen (§§ 906, 1004 BGB).
  • Die Verkehrssicherungspflicht liegt beim Bauherrn – auch gegenüber Passanten und Nachbarn.
  • Nach der Abnahme trägt der Auftraggeber die volle Verantwortung für Zustand und Sicherung des Gerüsts im Rahmen der Nutzung.

Einbruchrisiko durch Gerüste

Ein aufgebautes Gerüst erleichtert Einbrechern den Zugang zu oberen Etagen. Besonders problematisch sind verdeckte Fassaden hinter Planen. Melde die Maßnahme daher immer frühzeitig bei der Versicherung – sonst droht im Schadensfall eine Leistungskürzung.

Wichtig: Prüfe nicht nur die Hausrat-, sondern auch die Wohngebäudeversicherung. Manche Versicherer knüpfen die volle Leistung im Einbruchsfall an die vorherige Meldung des Gerüstes. Bei Nichtmeldung können Leistungen gekürzt oder im Extremfall verweigert werden.

Wetterschutzdächer – Kosten und Nutzen

Wetterschutzdächer ermöglichen weitgehend wetterunabhängiges Arbeiten. Die Marktpreise liegen je nach System zwischen 19–33 €/lfm Fassadenbreite. Systeme wie der Layher Uni-Wetterschutzträger kosten im Einzelteil mehrere hundert Euro und lassen sich meist auch nachträglich montieren. Sie schützen Team und Baufortschritt zuverlässig vor Regen und Sonne – insbesondere bei Maler-, Dämm- und Putzarbeiten.

Konkrete Beispielrechnungen – so liest Du Gerüstbau-Angebote richtig

Budgetklarheit entsteht, wenn Du jede Position einzeln denkst. Die folgenden Beispiele zeigen typische Größenordnungen, die Dir beim Einordnen von Angeboten helfen.

Einfamilienhaus, 100 m² Fassade – 4 Wochen

Position Menge Ansatz Summe
Gerüstmiete (Grundmiete) 100 m² 7,5 € / m² 750 €
Auf-/Abbau 100 m² 7,0 € / m² 700 €
Transport pauschal 200 €
Netze/Planen optional 120 €
Zwischensumme

1.770 €

Die Nebenkosten liegen in etwa auf Augenhöhe mit der reinen Miete. Wenn Du länger als vier Wochen brauchst, wird die Standzeit im Verhältnis günstig – solange das Gerüst ohne Umbau stehen bleiben kann.

Mehrfamilienhaus, 250 m² Fassade – 4 Wochen

Position Menge Ansatz Summe
Gerüstmiete 250 m² 8,0 € / m² 2.000 €
Auf-/Abbau 250 m² 7,0 € / m² 1.750 €
Transport pauschal 200 €
Netze/Planen optional 250 €
Zwischensumme

4.200 €

Bei größeren Flächen relativiert sich der Transport, aber Auf-/Abbau bleibt ein großer Block. Je aufwendiger die Gebäudegeometrie, desto wichtiger ist eine Begehung vor Angebotserstellung.

Innenbereich, 80 m² Decke – 1 Woche (Raumgerüst) vs. Rollgerüst

Variante Mietkosten Auf-/Abbau Transport Gesamt
Raumgerüst 80 m² × 6,0 € = 480 € 80 m² × 6,0 € = 480 € 150 € 1.110 €
Rollgerüst 1. Woche 145 € Selbstabholung 145 €

Für kurze Innenarbeiten mit moderater Höhe ist das Rollgerüst neben einer kompakten Scherenarbeitsbühne meist unschlagbar. Sobald Flächen zusammenhängend und hoch sind, gewinnt das stationäre Gerüst – es bietet Platz und Arbeitssicherheit. Die Scherenbühne hingegen lässt sich oft auch ausgefahren verfahren.

Großprojekt-Beispiel: 400 m² Fassade, 20 Wochen, München Innenstadt

Dieses Beispiel zeigt, wie stark sich die gestaffelten Münchner Gebühren auswirken können (vereinfacht, ohne Anspruch auf exakte amtliche Berechnung):

Position Menge / Zeitraum Ansatz Summe
Gerüstmiete (20 Wochen) 400 m² z. B. 8,0 € / m² ca. 6.400 €
Auf-/Abbau, Abnahme 400 m² 7,5 € / m² ca. 3.000 €
Transport pauschal ca. 300 €
Sicherheitsnetz (Fangnetz) 120 lfm ca. 6,0 € / lfm ca. 720 €
Schutzdach (20 lfm) 20 lfm ca. 28 € / lfm ca. 560 €
Sondernutzungsgebühr München (vereinfacht, Innenstadt, Zuschlag) 400 m², 20 Wochen gestaffelt, z. B. Ø 4–6 € / m²/Woche inkl. Zuschlag deutlich fünfstellig (teils > 25.000 €)
Gesamtkosten (ohne Lohn/Material)

grobe Größenordnung: 35.000–45.000 €

Dieses Beispiel zeigt: Bei Großprojekten in Innenstadtlagen können Genehmigungs- und Flächengebühren die eigentliche Gerüstmiete deutlich übersteigen.

Gerüst oder Arbeitsbühne?

Wähle nach Dauer, Beweglichkeit, Untergrund und Arbeitsinhalten. Was zählt, sind reale Abläufe auf der Baustelle – nicht nur Einzelpreise.

Projektdauer und Takt

Gerüste lohnen bei kontinuierlichen Flächenarbeiten. Wenn Du aber in einer Woche an fünf Gebäudeteilen arbeitest und täglich die Seite wechselst, verschlingt das Umsetzen des Arbeitsbereichs Zeit. Eine Arbeitsbühne erlaubt Dir, in Minuten umzusetzen – das spart reale Stunden auf dem Tageszettel.

Beweglichkeit, Hindernisse, Zugänge

Vorgärten, Außentreppen, Anbauten und parkende Fahrzeuge – die Realität ist selten „Lehrbuch”. Wo das Gerüst viel Zusatzaufwand verursachen würde, fährst Du mit der Bühne häufig reibungsloser und sicherer oder musst gar nicht erst so nah ans Gebäude heran.

Untergrund, Höhe, Reichweite

Gerüste brauchen tragfähigen, ebenen Untergrund und eine normgerechte Lastabtragung. Bühnen gibt es für Innen (elektrisch, markierungsfrei) und Außen (Diesel/Hybrid, geländegängig) – je nach Höhe und Reichweite. Für extreme Ausleger oder große Höhen kann eine spezialisierte Bühne die einzige realistische Option sein.

Hier findest Du passende Gelände-Arbeitsbühnen zur Miete.

Sicherheit, Personal, Lernkurve

Beide Systeme sind sicher, wenn sie richtig geplant und genutzt werden. Beim Gerüst steht die Sicherheit im Aufbau, bei der Bühne in der Bedienung. Schulungen (z. B. SYSTEM-CARD) bringen Dich und Dein Team auf Stand – und vermeiden Standzeiten durch Fehlbedienung.

Checkliste – in 3 Minuten zur fundierten Entscheidung

  • Wie groß ist die Gesamtfläche (m²) und in welche Abschnitte lässt sie sich teilen?
  • Welche Arbeitshöhen brauchst Du (Min/Max)? Gibt es horizontale Reichweiten?
  • Wie oft wechselst Du die Position? Täglich, wöchentlich, kaum?
  • Wie ist der Untergrund? Eben, Pflaster, Wiese, Hang?
  • Hast Du Dir Gedanken um die Bodenbelastung gemacht?
  • Brauchst Du Staub-/Sicht-/Wetterschutz oder ein Schutzdach?
  • Gibt es behördliche Auflagen (Gehweg, Zufahrt, Brandschutz)?
  • Wer bedient? Steht geschultes Personal zur Verfügung?
  • Ist die passende Lastklasse gewählt – eher eine Stufe höher als zu knapp?
  • Ist der Untergrund ausreichend tragfähig, oder musst Du mit zusätzlichen Unterlagen rechnen?
  • Rechnest Du mit Genehmigungen und Sondernutzungsgebühren (Innenstadt, Gehweg, Straßensperrungen)?

Pro-Tipps: So senkst Du Budget-Risiko

  • Begehung vorab: Spart Nachträge. Fotos, Maße, Zufahrten dokumentieren.
  • Saubere Leistungsverzeichnisse: Frage identische Leistungen an – nur so kannst Du fair vergleichen.
  • Nebensaison und Puffer: Termine außerhalb der Hochsaison planen und 10–15 % Zeitpuffer einkalkulieren.
  • Kombi-Ansatz: Bühne für Vorarbeiten/Details, Gerüst für Fläche – oft die effizienteste Mischung.
  • Regionale Anbieter: Kürzere Wege drücken Transportkosten, Reaktionszeiten sind besser.

Weitere FAQ

Wie lange muss man ein Gerüst mieten?

Ein Gerüst wird meist für 2–4 Wochen Grundmiete angeboten. Danach zahlst Du nur noch geringe Wochenpreise (ca. 0,40–1,40 € pro m²). Für kurze Einsätze reichen auch Rollgerüste mit Tages- oder Wochenmiete.

Was kostet es, ein Rollgerüst zu mieten?

Ein Rollgerüst kostet je nach Höhe ca. 115–210 € pro Woche. Folgewochen sind günstiger (85–185 €), Tagesmieten starten ab 25–40 €. Damit ist es die flexible Lösung für kurze Einsätze.

Was kostet es, ein Gerüst mit Aufbau zu mieten?

Mit Aufbau musst Du bei einem Fassadengerüst mit ca. 12–20 € pro m² für 4 Wochen rechnen. Darin enthalten sind Miete, Auf- und Abbau sowie Transport. Bei 100 m² liegen die Gesamtkosten also meist zwischen 1.700 und 2.000 €.

Was kostet es, ein Gerüst pro Tag zu mieten?

Ein stationäres Fassadengerüst wird fast nie tageweise vermietet, sondern immer mit Grundmiete über 2–4 Wochen. Für Tagesmieten eignen sich Rollgerüste: Sie kosten je nach Höhe ca. 25–90 € pro Tag.

Wie lange kann man ein Gerüst mieten?

Ein Gerüst kannst Du so lange mieten, wie es Dein Projekt erfordert. Üblich sind 2–4 Wochen Grundmiete, danach läuft die Miete flexibel weiter – Folgewochen kosten nur noch einen Bruchteil.

Wie hoch sind die Kosten für ein Gerüst bei einem Einfamilienhaus?

Für ein Einfamilienhaus mit ca. 100 m² Fassadenfläche liegen die Gesamtkosten für 4 Wochen meist bei 1.700–1.900 €. Darin enthalten sind Miete, Auf- und Abbau sowie Transport. Extras wie Planen oder Netze können den Preis erhöhen.

Was kostet ein Gerüst nach 4 Wochen?

Nach den ersten 4 Wochen Grundmiete zahlst Du je nach Anbieter nur noch die Folgewochen. Diese kosten meist 0,40–1,40 € pro m² und Woche. Bei 100 m² Fassade sind das also nur 40–140 € je weiterer Woche.

Welche Kosten fallen bei einem Gerüst an?

Bei einem Gerüst zahlst Du nicht nur die Grundmiete, sondern auch Auf- und Abbau, Transport und mögliche Extras. Die Miete gilt meist für 2–4 Wochen, der Aufbau kostet zusätzlich etwa 4–10 € pro m² und der Transport rund 150–250 € - meist pauschal. Hinzu kommen bei Bedarf Netze, Planen oder ein Schutzdach sowie Genehmigungen, wenn das Gerüst im öffentlichen Raum steht.

Ab wann lohnt es sich, ein Gerüst zu kaufen?

Ein Gerüst zu kaufen lohnt sich in der Regel nur, wenn Du es regelmäßig über längere Zeit nutzt – zum Beispiel als Handwerksbetrieb oder bei wiederkehrenden Bauprojekten am eigenen Haus. Für einzelne Sanierungen oder kurze Einsätze ist die Miete fast immer günstiger, weil Auf- und Abbau, Lagerung und Wartung beim Kauf selbst getragen werden müssen.

Wie berechne ich die benötigte Gerüstfläche?

Die Faustformel lautet: Gebäudelänge × Gebäudehöhe + Reserve für Seitenteile und Ecken. Fenster und Türen ziehst Du nicht ab, da sie aus Sicherheitsgründen eingerüstet bleiben. So erhältst Du die benötigte Gerüstfläche in Quadratmetern.

Kann ich das Gerüst selbst aufbauen?

Nein. Ein Fassadengerüst darfst Du in der Regel nicht selbst aufbauen, dafür ist geschultes Fachpersonal mit Abnahme vorgeschrieben. Anders ist es bei Rollgerüsten: Diese können von geübten Heimwerkern nach Herstellerangaben selbst aufgebaut und genutzt werden, solange die Arbeitsschutzregeln eingehalten werden.

Dein nächster Schritt

Schick uns kurz die Eckdaten (m², Höhen, Dauer, Adresse, Fotos). Wir sagen Dir ehrlich, ob Gerüst oder Arbeitsbühne für Dich wirtschaftlicher ist. 

Achso: Und hier findest Du die Mietpreise für Arbeitsbühnen

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