Du liest: Anschlagen von Lasten – Anschlagmittel richtig auswählen und sicher einsetzen
Zusammenfassung Das Wichtigste in Kürze

Lasten sicher anzuschlagen bedeutet, die richtige Kombination aus Anschlagmittel, Tragfähigkeit, Neigungswinkel und Schwerpunkt zu wählen. Die größten Risiken entstehen durch falsche Winkel (über 60° verboten), fehlenden Kantenschutz, ungleiche Stranglängen oder beschädigte Anschlagmittel. Jede Last braucht eine eindeutige Prüfung von Gewicht, Lastform, Auflagepunkten und dem Zustand der Anschlagmittel, bevor sie vom Boden abhebt. Besonders textile Mittel reagieren empfindlich auf scharfe Kanten, Ketten auf Längung und Drahtseile auf Drahtbrüche – jedes Material hat klare Ablegeregeln.

Für sicheres Arbeiten zählen drei Grundsätze: Zustand prüfen, Winkel einhalten und passende Anschlagmittel wählen. Ketten sind robust und langlebig, Drahtseile universell und Hebebänder/Rundschlingen ideal für empfindliche Oberflächen – aber nur mit richtigem Schutz. Moderne Hilfen wie digitale Prüfprotokolle, IoT-Lastsensoren oder RFID-Tracking erhöhen die Sicherheit, ersetzen aber nie die Sichtprüfung durch den Anschläger. Wer Schwerpunkt, Belastung, Winkel und Kanten kontrolliert, reduziert das Unfallrisiko massiv und arbeitet nach DGUV, EN und ISO regelkonform.

Zusammenfassung Das Wichtigste in Kürze

Lasten sicher anzuschlagen bedeutet, die richtige Kombination aus Anschlagmittel, Tragfähigkeit, Neigungswinkel und Schwerpunkt zu wählen. Die größten Risiken entstehen durch falsche Winkel (über 60° verboten), fehlenden Kantenschutz, ungleiche Stranglängen oder beschädigte Anschlagmittel. Jede Last braucht eine eindeutige Prüfung von Gewicht, Lastform, Auflagepunkten und dem Zustand der Anschlagmittel, bevor sie vom Boden abhebt. Besonders textile Mittel reagieren empfindlich auf scharfe Kanten, Ketten auf Längung und Drahtseile auf Drahtbrüche – jedes Material hat klare Ablegeregeln.

Für sicheres Arbeiten zählen drei Grundsätze: Zustand prüfen, Winkel einhalten und passende Anschlagmittel wählen. Ketten sind robust und langlebig, Drahtseile universell und Hebebänder/Rundschlingen ideal für empfindliche Oberflächen – aber nur mit richtigem Schutz. Moderne Hilfen wie digitale Prüfprotokolle, IoT-Lastsensoren oder RFID-Tracking erhöhen die Sicherheit, ersetzen aber nie die Sichtprüfung durch den Anschläger. Wer Schwerpunkt, Belastung, Winkel und Kanten kontrolliert, reduziert das Unfallrisiko massiv und arbeitet nach DGUV, EN und ISO regelkonform.

Das sichere Anschlagen von Lasten gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten im Umgang mit Kranen, Staplern und Hebezeugen. Fehler entstehen fast nie beim Heben selbst, sondern nahezu immer beim falschen Einschätzen von Tragfähigkeit, Anschlagart oder Neigungswinkel.

Dieser Ratgeber bündelt alle Grundlagen, Berechnungen, Normen, Ablegeregeln und Praxisempfehlungen – klar strukturiert, technisch korrekt und sofort anwendbar.

Arbeitsschutz-Hinweis: Lasten dürfen nur angeschlagen werden, wenn Zustand des Anschlagmittels, Schwerpunkt und Kanten eindeutig geprüft sind. Unsichtbare Schäden oder ein falsch gesetzter Anschlagpunkt führen schnell zu Lastabstürzen.

Grundlagen Definitionen

Was sind Anschlagmittel?

Anschlagmittel verbinden die Last sicher mit dem Tragmittel eines Hebemittels. Sie sorgen dafür, dass Kräfte sauber eingeleitet und Lasten kontrolliert bewegt werden können. Der Anschläger trägt die Verantwortung für Auswahl, Zustand und fachgerechte Anwendung.

Unterschied Anschlagmittel - Lastaufnahmemittel - Hebemittel

Wichtige Grundbegriffe im Überblick

Für das Anschlagen gelten feste Grundbegriffe. Tragfähigkeit, Neigungswinkel und Ablegereife bestimmen, ob ein Anschlagvorgang sicher durchgeführt werden kann. Viele Unfälle entstehen durch Unkenntnis dieser Faktoren.

Begriff Erklärung
Tragfähigkeit (WLL) Maximal zulässige Last eines Anschlagmittels.
Betriebskoeffizient Verhältnis zwischen Mindestbruchkraft und WLL. Bei hochfesten Anschlagmitteln min. 4:1.
Neigungswinkel Winkel zwischen Strang und Senkrechter. Je größer, desto geringer die Tragfähigkeit.
Ablegereife Zustand, ab dem ein Anschlagmittel nicht mehr genutzt werden darf.
Schwerpunkt Punkt, an dem die Last im Gleichgewicht hängt und sicher bleibt.

Arten von Anschlagmitteln

Übersicht der Anschlagmittelarten

Jedes Anschlagmittel hat einen klaren Einsatzbereich. Textile Anschlagmittel sind oberflächenschonend, Drahtseile universell und Ketten extrem robust. Die richtige Auswahl entscheidet über Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Typ Merkmale Einsatz Besonderheiten
Rundstahlketten Sehr robust, hitzefest, flexibel Schwere, heiße oder kantige Lasten Güteklassen 2–12
Drahtseile Hohe Tragkraft, flexibel Bau, Industrie Mindestdurchmesser 8 mm
Hebebänder Schonend, leicht Empfindliche Oberflächen Reduzierte Tragkraft bei Personennähe
Rundschlingen Endlos, farbcodiert Ungleichmäßige Lasten EN 1492-konform
Schäkel/Haken Stabile Verbindungsmittel Zwischen Last und Anschlagmittel DIN EN 13889

Anschlagketten Grafik

Übersicht typischer Anschlagketten-Komponenten: Ösenlasthaken, Aufhängeglied, Schäkel sowie 2-Strang- und 4-Strang-Gehänge für unterschiedliche Lastarten und Anschlagsituationen

Kennzeichnung von Anschlagmitteln

Jedes Anschlagmittel muss dauerhaft, lesbar und eindeutig gekennzeichnet sein. Die Kennzeichnung gibt Auskunft über Tragfähigkeit, Hersteller, Norm und Einsatzgrenzen. Fehlt sie, ist unleserlich oder beschädigt, darf das Anschlagmittel nicht verwendet werden – es gilt dann als ablegereif.

Die Art der Kennzeichnung unterscheidet sich je nach Material: Ketten besitzen Metallanhänger, textile Mittel eingenähte Etiketten. Die Vorgaben sind in den Produktnormen DIN EN 818, EN 1492 und EN 13414 klar festgelegt.

Anschlagmittel Kennzeichnungsart Pflichtangaben Norm
Rundstahlketten (Güteklasse 8) Metallanhänger (rot, achteckig) - Tragfähigkeit (WLL) für 0–45° und 45–60°
- Nenndicke der Kette
- Anzahl der Stränge
- CE-Kennzeichnung
- Hersteller
DIN EN 818-4/-5
Drahtseile Metallhülse oder Anhänger - Tragfähigkeit (WLL)
- Seildurchmesser
- Hersteller-Kennzeichen
DIN EN 13414
Hebebänder Eingenähtes Etikett - Tragfähigkeit (WLL)
- Werkstoff (PES/PA)
- Länge
- Hersteller
- Rückverfolgbarkeitscode
- Norm (EN 1492-1)
DIN EN 1492-1
Rundschlingen Eingewebtes Etikett (farbcodiert) - Tragfähigkeit (WLL)
- Werkstoff
- Hersteller
- Rückverfolgbarkeitscode
- Norm (EN 1492-2)
DIN EN 1492-2
Schäkel / Haken Aufprägung / Gravur - Tragfähigkeit
- Güteklasse
- Hersteller
DIN EN 13889

Typisches Tragfähigkeits-Schild eines Anschlagmittels: Angabe der zulässigen WLL für verschiedene Neigungswinkel (z. B. 4.000 kg bei 45°, 2.800 kg bei 60°). Diese Werte gelten pro Strang und sind zwingend zu beachten.

Was tun, wenn die Kennzeichnung fehlt oder unleserlich ist?

Ist die Kennzeichnung nicht lesbar, darf das Anschlagmittel nicht mehr verwendet werden. Es ist sofort auszusondern und deutlich als „defekt“ zu markieren. Eine Nutzung ohne klare Kennzeichnung widerspricht DGUV Regel 109-017 und der BetrSichV.

Ausnahme: Bei einsträngigen Anschlagketten darf die Tragfähigkeitsangabe entfallen, wenn am Einsatzort dauerhaft gültige Belastungstabellen aushängen.

Bei allen nach 1993 in Verkehr gebrachten Anschlagmitteln ist eine CE-Kennzeichnung verpflichtend. Fehlt diese, entspricht das Anschlagmittel nicht der Maschinenrichtlinie.

Arbeitsschutz-Hinweis: Vor jeder Benutzung prüfen: Ist die Kennzeichnung vollständig lesbar? Fehlt sie, ist beschädigt oder widerspricht dem Einsatzzweck → Anschlagmittel sofort aussondern.

Farbkodierung Rundschlingen – EN 1492

Farbe Tragfähigkeit
Violett 1 t
Grün 2 t
Gelb 3 t
Grau 4 t
Rot 5 t
Braun 6 t
Blau 8 t
Orange 10 t

Tragfähigkeit Berechnung

Sicherheitsfaktor Betriebskoeffizient

Hochfeste Anschlagketten müssen eine Mindestbruchkraft besitzen, die mindestens das Vierfache der Tragfähigkeit beträgt. Dieser Faktor ist gesetzlich vorgeschrieben und darf nicht unterschritten werden.

Tragfähigkeit nach Strangzahl

Mehr Stränge bedeuten nicht automatisch mehr Tragfähigkeit. Bei asymmetrischen Lasten tragen oft nur zwei Stränge vollständig.

Stränge Verhalten WLL
1 Voll tragend 100%
2 Symmetrisch tragend 200%
3 Oft nur 2 tragend 200%
4 Oft nur 2 tragend 200%

Einfluss des Neigungswinkels

Der Neigungswinkel beeinflusst die tatsächliche Kraft auf die Stränge erheblich. Ab 60° ist Anschlagen verboten.

Winkel Resttragfähigkeit Hinweis
100% Optimal
30° 87% Normale Reduktion
45° 71% Deutlich reduziert
60° 50% Kritisch
>60° Verboten
Neigungswinkel
Der Neigungswinkel von Anschlagmitteln darf maximal 60° betragen. Größere Winkel führen zu einem deutlichen Tragkraftverlust.

Hinweis: Fest in Lastaufnahmemitteln verbaute Seile und Ketten sind hiervon ausgenommen – ihr Neigungswinkel ist konstruktionsbedingt fix und vom Hersteller bereits berücksichtigt.

Beispielberechnung

Eine 5-t-Last mit einem 2-Strang-Anschlagmittel (je 3 t WLL) bei 45° ergibt 4,26 t Gesamtkapazität – zu wenig. Das Mittel wäre überlastet und darf nicht verwendet werden.

Reduktion im Schnürgang

Beim Schnürgang verliert das Anschlagmittel ca. 20 % Tragfähigkeit zuzüglich der Winkelreduktion, da das Mittel zusätzlich auf Biegung beansprucht wird.

Anschlagarten Neigungswinkel

Direktanschlag

Die sicherste und tragfähigste Anschlagart. Ideal bei festen Anschlagpunkten und symmetrischen Lasten, Tragfähigkeit bleibt voll erhalten.

Schnürgang

Das Anschlagmittel wird um die Last gelegt. Fixiert gut, aber reduziert die Tragfähigkeit durch Reibung und Biegung.

Hängegang

Die risikoreichste Anschlagart. Nur für massive, formstabile Lasten geeignet. Bei Rohren oder Profilen nicht zulässig.

Arbeitsschutz-Hinweis: Der Hängegang wird in modernen Regelwerken kritisch bewertet. Er darf nur eingesetzt werden, wenn ein Verrutschen ausgeschlossen ist und eine Risikoanalyse vorliegt.

Chemikalienverträglichkeit von Anschlagmitteln

In Industrie- und Reinigungsumgebungen kommen Anschlagmittel häufig mit Ölen, Säuren oder Laugen in Kontakt. Viele Kunststoffe reagieren empfindlich – was die Tragfähigkeit massiv reduziert.

Material Öle Säuren Laugen Bemerkung
Polyester (PES) Gut Schlecht Mittel Standardmaterial für Hebebänder/Rundschlingen
Polyamid (PA) Gut Sehr schlecht Gut Zugfest, aber chemisch empfindlich
Polypropylen (PP) Mittel Mittel Mittel Günstig, aber weniger robust
Stahl/Kette Sehr gut Mittel Mittel Korrosionsschutz beachten

Technische Normen Vorschriften

Norm/Regel Bereich Inhalt
DGUV Regel 109-017 Anschlagmittel Pflichten, Gefahren, Vorgaben
DIN EN 818 Ketten Güteklassen Geometrie
DIN EN 13414 Drahtseile Aufbau, Prüfungen
EN 1492 Textilmittel Rundschlingen Hebebänder
BetrSichV Rechtsgrundlage Prüfpflichten

Prüfung Wartung

Beschädigungen erkennen – Was ist kritisch?

Anschlagmittel stehen bei jedem Einsatz unter hoher Belastung und können unterschiedlichste Schäden entwickeln. Entscheidend ist, kritische Beschädigungen rechtzeitig zu erkennen, bevor ein Versagen eintritt. Viele Schäden lassen sich schon durch einfache Sicht- und Tastprüfung feststellen – ganz ohne Spezialwerkzeuge.

Ketten

  • Längung: Gliederlänge prüfen – mehr als 5 % Verlängerung bedeutet sofort ablegen.
  • Verformungen: Seitlich gequetschte oder verbogene Glieder sind ein klares Ausschlusskriterium.
  • Risse: Besonders an Übergängen oder Schweißnähten sichtbar – immer kritisch.
  • Korrosion: Tiefer Rost oder Narben verringern die Tragfähigkeit deutlich.

Drahtseile

  • Drahtbrüche: Herausstehende Litzen – mehr als 6 Brüche pro Meter = ablegen.
  • Knickstellen: „Vogelhals“-Form, Seil gibt an der Stelle nach → akut gefährlich.
  • Aufgequollene Enden: Hinweis auf innere Faserschäden.
  • Korrosion: Weißrost, Risse oder Flecken mindern Festigkeit.

Beschädigungen Anschlagmittel Beispiele

Textile Anschlagmittel (Hebebänder, Rundschlingen)

  • Schnitte/Schürfstellen: Schon kleine Schnitte = ablegereif.
  • Fadenzieher: Herausstehende Fäden zeigen Materialermüdung.
  • Abrieb: Blank gescheuerte Bereiche deuten auf Überlast hin.
  • Verfärbungen: Hinweis auf Hitze- oder Chemikalieneinwirkung.
  • Etikett beschädigt oder fehlt: Ohne Kennzeichnung → nicht verwenden.

Schäkel / Haken

  • Risse oder Deformationen: Immer sofort aussortieren.
  • Defekte oder fehlende Sicherung: Im Betrieb nicht zulässig.

Praxistipp: Bei Zweifeln Anschlagmittel kennzeichnen, aussondern und durch eine befähigte Person prüfen lassen. Dokumentation per Foto hilft bei späteren Prüfungen.

Arbeitsschutz-Hinweis:
Bereits kleine Schnitte, verbogene Glieder oder sichtbare Risse sind ein sofortiges Ausschlusskriterium. Beschädigte Anschlagmittel niemals weiterverwenden – das Unfallrisiko steigt drastisch.

Prüfintervalle

Vor jeder Nutzung ist eine Sichtprüfung Pflicht. Zusätzlich muss mindestens einmal jährlich eine befähigte Person das Anschlagmittel prüfen und dokumentieren.

Ablegereife – Wann nicht mehr einsetzen

Material Schaden Grenze Maßnahme
Kette Längung ≥ 5 % Aussortieren
Drahtseil Drahtbrüche > 6/m Aussortieren
Hebeband Schnitte Jeder Schnitt Aussortieren

Sichere Auswahl Verwendung

Vor dem Anschlagen

Lastgewicht ermitteln, Schwerpunkt markieren, Anschlagmittel prüfen, Kantenschutz bereitlegen. Fehler in dieser Phase können später nicht mehr korrigiert werden.

Während des Anschlagens

Kanten abdecken, Stränge entdrehen, Winkel prüfen und symmetrisch anschlagen. Bei Unsicherheit neu positionieren.

Während des Hebens

Probeheben, Last stabilisieren, Umgebung sichern. Niemals unter der Last aufhalten.

Sichtprüfung – vollständige Checkliste

  • Kettenglieder auf Längung prüfen
  • Drahtseile auf Drahtbrüche abtasten
  • Bänder auf Schnitte, Abrieb, Verfärbungen prüfen
  • Etiketten lesbar?
  • Haken: Rissprüfung, Verschluss vorhanden
  • Schäkel: Bolzen vollständig?
  • Kantenschutz vorhanden?

Schulung Unterweisung für Anschläger

Wer Lasten anschlägt, braucht nicht nur Erfahrung, sondern vor allem eine saubere und regelmäßige Schulung. In der Praxis passieren die meisten Fehler nicht aus Absicht – sondern weil Tragfähigkeit, Winkel oder der Zustand des Anschlagmittels falsch eingeschätzt werden. Genau hier setzt eine Anschläger-Schulung an.

Vermittelt werden die Grundlagen zu Ketten, Seilen, Hebebändern, Rundschlingen und allen gängigen Anschlagarten. Dazu gehört das Erkennen von Schäden, das richtige Messen von Winkeln, der Umgang mit scharfen Kanten und typische Risikosituationen auf der Baustelle oder im Betrieb.

Die Schulung ist nicht nur Vorschrift, sondern eine echte Arbeitserleichterung: Wer sicher anschlägt, arbeitet entspannter, schneller und verhindert gefährliche Situationen, bevor sie entstehen.

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Befähigung und Kompetenzprofil von Anschlägern

Das sichere Anschlagen ist eine qualifizierte Tätigkeit. Nach DGUV 209-013 müssen Anschläger ausreichend unterwiesen und befähigt sein. Erfahrung allein reicht nicht – entscheidend ist technisches Verständnis und die Fähigkeit, Situationen richtig zu bewerten.

Was Anschläger fachlich beherrschen müssen

  • Ketten-, Drahtseil- und Textiltechnik
  • Tragfähigkeiten berechnen
  • Winkel messen und einschätzen
  • Lastverteilung + Schwerpunkt beurteilen
  • Kantenschutz auswählen und prüfen
  • Gefahren erkennen + Maßnahmen ableiten
  • Kommunikation mit Kranführer
  • Dokumentation + Prüfpflichten

Kompetenz-Matrix (Praxisorientiert)

Stufe Kompetenzniveau Typische Aufgaben
Anfänger Grundlagen vorhanden Einfache symmetrische Lasten, unter Aufsicht
Fortgeschritten Sicher in Berechnung, Winkel, Auswahl Unsymmetrische Lasten, Kantenschutz, Abstimmung mit Kranfahrer
Experte Erweiterte Fachkunde, Risikoanalyse Kritische Lasten, Traversen, Notfallbewertung, Unterweisung anderer

Fehler Unfallgefahren

Fehler Folge Vermeidung
Falsches Anschlagmittel Überlast Belastungstabelle nutzen
Kein Kantenschutz Schnitt, Abriss Kantenschutz verwenden
Zu großer Winkel Massiver Tragkraftverlust Stränge verlängern

Praktische Fehlerbeispiele (Realitätsfälle)

In der Praxis entstehen die schwersten Unfälle nicht durch Materialversagen, sondern durch falsche Annahmen: falscher Winkel, unterschätzter Schwerpunkt, fehlender Kantenschutz oder Überlast. Die folgenden Fallbeispiele stammen aus typischen Baustellen- und Industrie-Situationen und zeigen, wie schnell es kritisch wird.

Fallbeispiel 1 – Neigungswinkel falsch eingeschätzt (50° statt 30°)

Eine 3-t-Last wird mit einem 2-Strang-Gehänge angeschlagen. Der Anschläger schätzt den Winkel „optisch“ auf 30°, tatsächlich liegt er bei 50°. Die Tragfähigkeit reduziert sich dadurch um fast 40 %. Die Last beginnt beim Anheben zu pendeln, ein Strang geht kurzzeitig in Überlast. Beim Absetzen rutscht die Traverse um 15 cm – ein Mitarbeiter wird beinahe eingeklemmt.

Lehre: Winkel niemals schätzen. Winkelmesser oder Messstab nutzen.

Fallbeispiel 2 – Kante nicht geschützt → Drahtseil reißt

Ein Container wird mit einem 12-mm-Drahtseil angeschlagen. An der oberen Kante liegt ein scharfer Stahlrand an. Ohne Kantenschutz entsteht eine punktuelle Kerbwirkung. Beim Schwenken des Krans bricht ein Draht nach dem anderen. Das Seil reißt schlagartig, der Container fällt 80 cm auf eine Lkw-Pritsche und beschädigt das Fahrzeug schwer.

Lehre: Jeder sichtbare oder tastbare scharfe Radius → immer Kantenschutz.

Fallbeispiel 3 – 4-Strang-Gehänge bei unsymmetrischer Last

Eine Schweißkonstruktion mit unklarem Schwerpunkt wird mit einem 4-Strang-Gehänge angehoben. Weil die Last ungleich verteilt ist, tragen tatsächlich nur zwei Stränge. Die anderen hängen locker. Das System wird überlastet, obwohl „vier Stränge“ optisch Sicherheit suggerieren.

Lehre: Nur symmetrische Lasten aktivieren alle Stränge. Sonst wird rechnerisch immer von 2 Strängen ausgegangen.

Fallbeispiel 4 – Kette mit 7 % Längung wird weiterverwendet

Eine 10-mm-Kette zeigt bei der Jahresprüfung 7 % Längung – Grenzwert ist 5 %. Weil „sie die letzten Jahre gehalten hat“, wird sie weiter genutzt. Beim Heben eines 2,5-t-Bauteils reißt sie im mittleren Drittel. Die Last fällt in einen abgesperrten Bereich.

Lehre: Längung über 5 % → sofortige Aussortierung, egal wie „gut sie aussieht“.

Notfall-Szenarien während des Hebens

Beim Anschlagen kann trotz guter Vorbereitung etwas schiefgehen. Entscheidend ist, dass der Anschläger weiß, wie er in kritischen Momenten reagiert – klar, ruhig und regelkonform.

Notfall 1 – Die Last beginnt zu kippen

Ursache: falsch eingeschätzter Schwerpunkt oder zu kurzer Strang auf einer Seite.

Sofortmaßnahmen:

  • Kranführer: sofort stoppen
  • Last minimal ablassen → Auspendeln beenden
  • Neue Anschlagpunkte setzen
  • Schwerpunkt neu bestimmen

Notfall 2 – Last setzt plötzlich auf oder „rutscht“

Mögliche Ursache: ungleichmäßiger Zug, Strang verklemmt, ungelöster Dreh.

Vorgehen:

  • Kranbewegung sofort stoppen
  • Umgebung räumen
  • Last wieder absetzen
  • Stränge entdrehen, Winkel korrigieren, ggf. anderes Anschlagmittel wählen

Notfall 3 – Sichtbarer Schaden am Anschlagmittel während des Hebens

Beispiel: Drahtbruch sichtbar, Textilband beschädigt, Kettenglied deformiert.

  • Bewegung stoppen – keine Last mehr anheben oder schwenken
  • Last ablassen
  • Defektes Mittel sofort außer Betrieb nehmen
  • Dokumentation + Meldung an befähigte Person

Notfall 4 – Person im Gefahrenbereich

Regel: Niemals weiterheben, wenn sich Personen im Lastschatten befinden.

Ablauf:

  • Akustischer Stopp-Ruf
  • Last fixieren (Halten)
  • Gefahrenbereich räumen
  • Vorgang erst nach Freigabe fortsetzen

Schwerpunkt praktisch bestimmen

Der Schwerpunkt entscheidet, ob eine Last stabil hängt. Falsche Annahmen führen zu Kippen oder Pendeln.

Methode 1 – Geometrische Mitte

Bei symmetrischen Lasten ist die Mitte die erste Referenz.

Methode 2 – Hebeprobe

Last 5–10 cm anheben, Bewegungsverhalten beobachten:

  • Kippt nach rechts → Anschlagpunkt rechts verlängern
  • Kippt nach vorne → hinterer Strang verlängern

Methode 3 – Wiegeprobe

Bei komplexen Bauteilen: Last schrittweise anheben und korrigieren, bis sie stabil steht.

Kantenschutz Schutzmaßnahmen

Wann Kantenschutz zwingend erforderlich ist

Immer, wenn der Kantenradius kleiner ist als der Durchmesser oder die Dicke des Anschlagmittels. Textile Mittel sind hier besonders empfindlich.

Arten von Kantenschutz

Typ Material Vorteil
PU-Schutzschlauch Polyurethan Schnittfest
PU-Kantenschutzplatte PU 5 mm Sehr robust
Magnetwinkel Magnetstahl Schnelle Montage

Speziallasten sicher anschlagen

Rohre & Profile

  • Hängegang verboten
  • Rundschlingen nur mit Kantenschutz
  • Schwerpunkt liegt oft außerhalb der geometrischen Mitte

Stahlbleche / Platten

  • Magnetheber geeignet (EN 13155 beachten)
  • Oberfläche muss sauber und eben sein

Gitterboxen

  • Niemals an Gitterstäben anschlagen
  • Nur an definierten Anschlagpunkten

Tanks / Behälter

  • Schwerpunkt häufig versetzt
  • Traversen sind Pflicht

Lagern Aufbewahrung

Richtige Lagerbedingungen

Anschlagmittel trocken, UV-geschützt und hängend lagern. Kontakt mit Chemikalien und Hitze vermeiden. Prüfdaten sichtbar halten.


Kosten-Nutzen-Analyse: Kette vs. Seil vs. Hebeband

Was ist langfristig am wirtschaftlichsten?

Ketten sind teuer, aber extrem langlebig. Drahtseile bieten ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis. Textile Anschlagmittel sind günstig, müssen aber häufiger ersetzt werden – besonders ohne Kantenschutz.

Typ Anschaffung Lebensdauer Kosten 10 Jahre
Kette Hoch Sehr lang Gering
Drahtseil Mittel Mittel Mittel
Hebeband Niedrig Kurz Hoch

Magnetische Lastaufnahmemittel

Wann sinnvoll?

Für Stahlbleche, Profile und Platten sind Magnetheber eine extrem schnelle Lösung. Sie eignen sich ohne Anschlagmittel, sind aber stark oberflächenabhängig.

Kriterium Bewertung
Oberflächenabhängigkeit Hoch
Norm EN 13155
Temperaturabhängigkeit Hoch

Moderne Technologien im Anschlagen

IoT-Lastsensoren

Drahtlose Sensoren in Schäkel, Ketten oder Traversen messen Zugkräfte live. Ideal für kritische Hebevorgänge oder Lasten mit unbekanntem Schwerpunkt.

Digitale Prüfprotokolle

QR-Codes am Anschlagmittel zeigen Prüfstatus und Historie. Dokumentation wird automatisch gespeichert und ist revisionssicher.

RFID-Tracking

RFID-Tags erfassen Bestände, Einsatzhäufigkeit und Lagerorte. Verluste und Fehlbestände sinken erheblich.

Internationale Standards

DGUV vs. EN/ISO

Deutschland arbeitet nach DGUV und DIN – sehr strenge Winkel- und Ablegeregeln. EN-Normen sind international anerkannt, ISO ist globaler Standard.

USA – OSHA ASME

In den USA gelten OSHA und ASME B30.9. Hier werden textile Mittel anders bewertet, teilweise mit strengeren Reduktionsfaktoren.

Region Norm Besonderheit
Deutschland DGUV Strengste Winkelvorgaben
Europa EN Harmonisiert
Weltweit ISO International gültig
USA OSHA/ASME Textil strenger, Ketten lockerer

Fazit – Die wichtigsten Regeln

Gewicht kennen, Schwerpunkt markieren, Winkel prüfen, Kantenschutz verwenden, Sichtprüfung durchführen. Wer diese fünf Grundlagen einhält, reduziert das Unfallrisiko beim Anschlagen von Lasten drastisch.

Arbeitsschutz-Hinweis: Sicherheit beginnt bei der Vorbereitung – niemals improvisieren, niemals schätzen, niemals über 60° anschlagen.
Rectangle_1 - BIBERGER
Über den Autor

Martin Biberger

Geschäftsführer

Martin ist Gründer und Geschäftsführer von BIBERGER Arbeitsbühnen & Stapler.

Er verantwortet den technischen Bereich. Gemeinsam mit seinem Team ist er zuständig für den technischen Einkauf der Maschinen, die Weiterentwicklung des Maschinenbestands und den reibungslosen Betrieb von über 1.500 BIBERGER Mietgeräten.

Aus langjähriger Erfahrung kennt er die Stärken und Schwachstellen aller Geräteklassen, die möglichen Einsatzbereiche und die technischen Möglichkeiten – immer auch mit Blick auf die Entwicklung der gesamten Branche und zukünftige Innovationen.

Unser redaktioneller Qualitätsanspruch

Die Fachinhalte auf biberger.de werden redaktionell erstellt, geprüft und fortlaufend gepflegt. Grundlage ist unsere tägliche Arbeit mit Arbeitsbühnen, Teleskopstaplern und Flurförderzeugen – in Vermietung, Verkauf, Einsatzplanung und technischer Betreuung.

Jeder Beitrag entsteht aus realen Erfahrungswerten und wird redaktionell nach Fachkriterien auf Verständlichkeit, Genauigkeit und Praxisbezug überprüft. Technische Aussagen werden regelmäßig gegen aktuelle Branchenstandards und bewährte Verfahren abgeglichen.

Ziel unserer Veröffentlichungen ist es, verlässliches Fachwissen zugänglich zu machen und Anwendern, Entscheidern und Branchenpartnern Orientierung zu bieten. BIBERGER versteht sich als unabhängige Informationsplattform für sichere, wirtschaftliche und moderne Höhenzugangstechnik – fundiert, nachvollziehbar und frei von werblichem Einfluss.

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FAQ

Welche Lastaufnahmemittel müssen geprüft werden?

Alle – ohne Ausnahme. Egal ob Hebebänder, Rundschlingen, Ketten, Drahtseile, Traversen, Greifer, Klemmen, Krangabeln oder Magnete. Alles, was eine Last trägt oder hält, muss regelmäßig geprüft werden. Mindestens einmal pro Jahr durch eine befähigte Person – zusätzlich jede Sichtprüfung vor dem Einsatz.

Wer darf Lastaufnahmemittel prüfen?

Nur Menschen, die dafür ausgebildet und befähigt sind. Die Person muss die TRBS 1203 erfüllen, die Technik kennen und Schäden sicher erkennen können. „Mal schnell drüberschauen“ reicht nicht – das ist ein klar geregelter Fachjob.

Ist die Schulung für Anschläger Pflicht?

Ja – und zwar jedes Jahr. Anschläger tragen eine hohe Verantwortung, deshalb verlangt die DGUV eine jährliche Unterweisung. Ohne Schulung → keine Freigabe → kein Einsatz.

Was bedeutet „Anschlagen von Lasten“?

Anschlagen heißt: Eine Last so mit dem Kran oder Hebezeug verbinden, dass sie stabil, mittig und ohne Risiko bewegt werden kann. Dazu gehören Schwerpunkt, Tragfähigkeit, Winkel, Kanten – und ein klares Verständnis der Situation vor Ort.

Wie oft müssen Lastaufnahmemittel geprüft werden?

Mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person. Bei hoher Beanspruchung oder rauer Umgebung auch öfter. Und ganz wichtig: Vor jedem Einsatz eine kurze Sichtprüfung durch den Anwender.

Was muss man beim Anschlagen von Lasten beachten?

Du musst Gewicht und Schwerpunkt kennen, den richtigen Winkel einhalten und sicherstellen, dass die Last nicht schwingt oder kippt. Außerdem müssen alle Anschlagmittel unbeschädigt und passend zur Aufgabe sein. Keine Experimente, keine Improvisation.

Welche Normen und Vorschriften gelten beim Anschlagen?

Die wichtigsten Regeln kommen aus der DGUV 100-500, DGUV 109-017, der BetrSichV und Normen wie DIN EN 13155, EN 818, EN 1492 oder der Maschinenrichtlinie. Kurz gesagt: Es gibt klare Vorgaben – und Lastaufnahmemittel müssen immer CE-gekennzeichnet sein.

Welche Angaben müssen an einem Lastaufnahmemittel stehen?

Jedes Lastaufnahmemittel braucht ein Typenschild mit klaren Angaben: Tragfähigkeit, Eigengewicht, ggf. Greifbereich, Baujahr, Hersteller und Kennzeichnung. Wenn etwas fehlt oder unlesbar ist → darf nicht eingesetzt werden.

Wer ist für das richtige Anschlagen von Lasten verantwortlich?

Der Arbeitgeber muss geschultes Personal einsetzen. Vor Ort trägt aber der Anschläger die Verantwortung dafür, dass alles richtig und sicher angeschlagen ist. Beide Seiten haben Pflichten – und beide müssen sie einhalten.

Was ist der Unterschied zwischen Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel?

Anschlagmittel sind die flexiblen Verbindungsmittel – also alles, womit du die Last direkt „anschlägst“. Typische Beispiele: Kettengehänge, Drahtseile, Rundschlingen, Hebebänder oder Schäkel.

Sie verbinden die Last mit dem Kranhaken oder mit einem Lastaufnahmemittel. Ihre Aufgabe: Kräfte sicher übertragen.

Lastaufnahmemittel dagegen sind Geräte oder Konstruktionen, die die Last selbst aufnehmen oder greifen – also starre oder mechanische Hilfsmittel wie Traversen, Palettengabeln, Greifer, Magnetheber oder Zangen.

Sie sorgen dafür, dass bestimmte Lastformen stabil und kontrolliert bewegt werden können.

Kurz gesagt:

  • Anschlagmittel verbinden.
  • Lastaufnahmemittel tragen oder greifen.

Beides brauchst du – aber sie erfüllen völlig unterschiedliche Rollen beim Heben.

Welche Normen und Vorschriften gibt es für Hebezeuge und Anschlagmittel?

Für Hebezeuge und Anschlagmittel gelten klare Sicherheitsregeln. Die wichtigsten sind:

  • BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung): Regelt Prüfpflichten, Gefährdungsbeurteilung und befähigte Personen.

DGUV-Regeln:

  • DGUV Regel 109-017 (Anschlagmittel)
  • DGUV Vorschrift 52/53 (Krane und Hebezeuge)

EN-Normen (europäisch):

  • EN 818 (Ketten)
  • EN 1677 (Kettenzubehör)
  • EN 13414 (Drahtseile)
  • EN 1492-1/-2 (Hebebänder & Rundschlingen)
  • EN 13155 (Lastaufnahmemittel)

Maschinenrichtlinie 2006/42/EG: Grundlage für CE-Kennzeichnung und Produktsicherheit.

Kurz gesagt:

  • BetrSichV + DGUV regeln den sicheren Einsatz.
  • EN-Normen legen fest, wie die Produkte gebaut und gekennzeichnet sein müssen.
  • Die Maschinenrichtlinie sorgt für CE und Grundsicherheit.
Was sind Lastaufnahme- und Anschlagmittel?

astaufnahmemittel und Anschlagmittel arbeiten zusammen, haben aber unterschiedliche Aufgaben:

Lastaufnahmemittel

→ Das sind Geräte, die die Last selbst aufnehmen, halten oder greifen.

Beispiele: Traversen, Palettengabeln, Greifer, Zangen, Magnetheber.

Sie sorgen dafür, dass eine Last formschlüssig oder kraftschlüssig bewegt werden kann.

Anschlagmittel

→ Das sind die flexiblen Verbindungsmittel zwischen Last und Kran/Lastaufnahmemittel.

Beispiele: Kettengehänge, Drahtseile, Hebebänder, Rundschlingen, Schäkel.

Sie übertragen die Kräfte sicher und verbinden alles miteinander.

Kurz erklärt:

Lastaufnahmemittel tragen die Last – Anschlagmittel verbinden die Last mit dem Hebezeug.

Was versteht man unter Ablegereife?

Ablegereife bedeutet, dass ein Anschlagmittel nicht mehr verwendet werden darf, weil es einen Schaden oder Verschleiß erreicht hat, der die Sicherheit beeinträchtigt.

Das kann z. B. sein:

  • Kette länger als erlaubt
  • Drahtseil mit zu vielen Drahtbrüchen
  • Hebeband mit Schnitt oder fehlendem Etikett
  • Rundschlinge mit Beschädigung der Hülle

Sobald ein solcher Zustand erreicht ist, muss das Anschlagmittel sofort aus dem Betrieb genommen und eindeutig als „defekt“ gekennzeichnet werden.

Kurz gesagt: Ablegereife = sicherheitskritischer Zustand → sofort aussortieren.

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Einleitung Warum Fehler schon vor dem Einsatz entstehen Der sichere Einsatz einer Arbeitsbühne beginnt lange bevor der Korb abhebt. Fehler entstehen nicht erst im Hub, sondern in der Vorbereitung: beim Einschätzen des Bodens, bei der Auswahl des Geräts, bei der...

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Wind und Arbeitsbühnen: Was Du für einen sicheren Einsatz unbedingt wissen musst - BIBERGER

Wind und Arbeitsbühnen: Was Du für einen sicheren Einsatz unbedingt wissen musst

Kernproblem: Warum Windlasten so oft unterschätzt werden Die Windlast zählt zu den meist unterschätzten Risiken beim Einsatz von Arbeitsbühnen. Am Boden wirkt Windstärke 6 mit 12,5 m/s oder rund 45 km/h oft noch wenig bedrohlich. Du kannst Dich frei bewegen,...

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Arbeitsbühnen weltweit: Der internationale Vergleich von Märkten, Herstellern & Kosten - BIBERGER

Arbeitsbühnen weltweit: Der internationale Vergleich von Märkten, Herstellern & Kosten

Arbeitsbühnen sind auf nahezu jeder Baustelle und in vielen Industriezweigen unverzichtbar. Doch obwohl die Grundtechnik weltweit ähnlich ist, unterscheiden sich die Märkte deutlich in Regulierung, Herstellerlandschaft, Innovationstempo und typischen Einsatzprofilen. Wer internationale Entwicklungen verstehen will, braucht deshalb nicht nur technische...

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Arbeitsbühne Privat mieten – Was ist erlaubt? - BIBERGER

Arbeitsbühne Privat mieten – Was ist erlaubt?

Arbeitsbühnen sind in Konstruktion, Normung und Einsatzplanung überwiegend für den gewerblichen Gebrauch vorgesehen. Typische Einsatzfelder von Arbeitsbühnen liegen im Fassadenbau, in der Anlagen- und Gebäudetechnik sowie in industriellen Wartungsarbeiten. Entsprechend sind Geräteauswahl, Versicherungsmodelle und Mietabläufe vor allem auf gewerbliche Nutzer...

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Anschlagen von Lasten – Anschlagmittel richtig auswählen und sicher einsetzen - BIBERGER

Anschlagen von Lasten – Anschlagmittel richtig auswählen und sicher einsetzen

Das sichere Anschlagen von Lasten gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten im Umgang mit Kranen, Staplern und Hebezeugen. Fehler entstehen fast nie beim Heben selbst, sondern nahezu immer beim falschen Einschätzen von Tragfähigkeit, Anschlagart oder Neigungswinkel. Dieser Ratgeber bündelt alle Grundlagen,...

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Staplerfahrer werden

Staplerfahrer werden: sicher, geschult und verantwortungsbewusst

Ein Moment Unachtsamkeit 7:15 Uhr. Ein Staplerfahrer beginnt die Frühschicht. Routine. Er prüft den Stapler nur flüchtig – Zeitdruck, der LKW wartet. Beim dritten Hub reißt der Gabelzinken an einer alten Schweißnaht. Die Palette kippt, der Kollege kann gerade noch...

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CAN-Bus und J1939-Diagnose bei Baumaschinen - BIBERGER

CAN-Bus und J1939-Diagnose bei Baumaschinen

Moderne Baumaschinen sind heute hochvernetzte Systeme. Sensoren, Steuergeräte und Sicherheitsmodule kommunizieren ständig miteinander – und das geschieht über den sogenannten CAN-Bus.  Der CAN-Bus ist im Grunde das Nervensystem jeder modernen Maschine. Wer versteht, wie er arbeitet, kann Störungen schneller einordnen,...

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