Wer Arbeitsbühnen, Teleskoplader oder Stapler einsetzt, trägt Verantwortung – nicht nur für die Technik, sondern auch für den Ort des Einsatzes. Eine fundierte Risikoanalyse ist deshalb Pflicht, bevor überhaupt ein Gerät abhebt oder fährt. Dieser Ratgeber erklärt, wie Betriebe Gefahren erkennen, bewerten und sicher vermeiden können – praxisnah und nach DGUV-Standard.
Warum die Gefährdungsbeurteilung so wichtig ist
Eine Hubarbeitsbühne ist nur so sicher wie der Ort, an dem sie steht. Boden, Umgebung, Witterung, Personenverkehr – alles spielt zusammen. Viele Unfälle entstehen nicht durch Defekte, sondern weil vorher niemand genau hingeschaut hat. Eine gute Gefährdungsbeurteilung macht genau das: Sie erkennt Schwachstellen, bevor etwas passiert.
Und ja – sie ist gesetzlich Pflicht. Aber vor allem ist sie ein Stück gesunder Menschenverstand im System.
Gesetzliche Basis – kurz und klar
Du musst keine Paragrafen wälzen, um zu wissen, worauf es ankommt. Trotzdem hilft’s, die wichtigsten Regeln zu kennen:
- Arbeitsschutzgesetz (§§ 5, 6): Gefährdungen erkennen, bewerten, dokumentieren.
- Betriebssicherheitsverordnung: Sicherheit beim Umgang mit Arbeitsmitteln – also auch Bühnen und Staplern.
- DGUV Regel 100-500: Anforderungen an Prüfung, Bedienung und Unterweisung.
- TRBS 2111 Teil 1 & 4: Mechanische Gefährdungen und mobile Arbeitsmittel.
- DIN EN 280: Bau- und Sicherheitsanforderungen an Hubarbeitsbühnen.
Wie TRBS und EN-Normen zusammenspielen, liest du hier: TRBS und EN-Normen einfach erklärt
So läuft eine saubere Gefährdungsbeurteilung ab
Ob Baustelle, Lagerhalle oder Eventfläche – die Schritte sind immer dieselben. Entscheidend ist, dass sie konsequent umgesetzt werden:
- Einsatz und Bedingungen klären: Was wird gemacht? Wo, wie lange, unter welchen Umständen?
- Standort prüfen: Untergrund, Platz, Gefälle, Hindernisse, Freileitungen.
- Gefährdungen erkennen: Kippgefahr, Stromkontakt, Quetschstellen, Sichtprobleme.
- Risiko einschätzen: Wie wahrscheinlich? Wie schwer wäre der Schaden?
- Maßnahmen festlegen: Technisch (z. B. Abstützung), organisatorisch (z. B. Absperrung), persönlich (PSAgA).
- Dokumentieren: Prüfblatt, Checkliste, Notfallplan – Hauptsache nachvollziehbar.
Typische Risiken – und wie du sie in den Griff bekommst
Baustelle
- Weicher Boden oder Gefälle – Gefahr des Einsinkens oder Kippens.
- Baustellenverkehr mit LKW und Baggern – Quetschgefahr.
- Wind, Regen, unklare Wege – verringerte Standsicherheit.
Praxis-Tipp: Tragfähigkeit prüfen, Stützplatten legen, Wettergrenzen definieren. Mehr zur Bodenbelastung findest du hier.
Industriehalle oder Lager
- Enge Wege, schlechte Sicht – Risiko für Kollisionen.
- Mischverkehr zwischen Fußgängern und Geräten.
- Rutschige Böden durch Öl oder Feuchtigkeit.
Maßnahme: Fahr- und Fußwege trennen, Spiegel oder Kameras nutzen, Boden sauber halten, Licht checken.
Event- oder Außenfläche
- Unkontrollierte Personenströme.
- Wetterumschwünge und Stromanlagen in der Nähe.
- Beengte oder improvisierte Stellflächen.
Maßnahme: Zonen absperren, Abstützung sichern, Rettungswege markieren.
Checkliste: Worauf du immer achten solltest
| Prüfpunkt | Beschreibung | Empfohlene Maßnahme |
|---|---|---|
| Bodenbeschaffenheit | Tragfähigkeit, Neigung, Untergrund | Abstützplatten, visuelle Kontrolle, kein „Pi-mal-Daumen“ |
| Wetterlage | Wind, Regen, Eis | Einsatzgrenzen nach Hersteller beachten |
| Freileitungen | Abstand nach Spannung | Mind. 3 m bis 110 kV, Netzbetreiber informieren |
| Bedienerqualifikation | z.B. Gültiger SYSTEM-CARD-Ausweis | Nur geschulte Bediener einsetzen |
| Notfallplan | Rettung, Notablass, Kommunikation | Vor Einsatz prüfen und unterweisen |
Verantwortung: Wer macht was?
- Betreiber: Führt die Gefährdungsbeurteilung durch und setzt Maßnahmen um.
- Bediener: Meldet Mängel, arbeitet nach Unterweisung.
- Fachkraft für Arbeitssicherheit: Unterstützt und dokumentiert.
- Vermieter: Liefert ein geprüftes Gerät – aber die Verantwortung vor Ort bleibt bei dir.
Mehr zu den DGUV-Regeln findest du hier.
Fazit: Sicherheit ist kein Papierkram
Eine Gefährdungsbeurteilung ist mehr als ein Formular. Sie ist dein Sicherheitsnetz – für Mitarbeitende, Projekte und Termine. Wer sie ernst nimmt, spart sich Ärger, Ausfallzeiten und im Zweifel richtig Geld. Und genau das ist der Unterschied zwischen „läuft schon“ und „läuft sicher“.
Wenn du dir unsicher bist, wie du Risiken am Einsatzort richtig einschätzt: Wir unterstützen dich gern. Als Vermieter mit Erfahrung aus hunderten Einsätzen wissen wir, wo’s kritisch wird – und wie du’s vermeidest.






























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