Du liest: Gefährdungsbeurteilung für Hubarbeitsbühnen: So schützt du Mensch, Maschine und Projekt
Zusammenfassung Das Wichtigste in Kürze

Eine Risikoanalyse ist der erste Schritt für einen sicheren Einsatz von Arbeitsbühnen, Staplern und Teleskopladern. Sie zeigt, wo Gefahren lauern – von weichem Untergrund bis zu Stromleitungen – und hilft, Unfälle und Schäden zu vermeiden.

Wer den Einsatzort prüft, Risiken bewertet und Maßnahmen dokumentiert, arbeitet nicht nur sicherer, sondern auch effizienter. Ob Baustelle, Lager oder Eventfläche: Eine gute Vorbereitung spart Stillstand, Geld und Nerven – und schützt Mensch und Maschine.

Zusammenfassung Das Wichtigste in Kürze

Eine Risikoanalyse ist der erste Schritt für einen sicheren Einsatz von Arbeitsbühnen, Staplern und Teleskopladern. Sie zeigt, wo Gefahren lauern – von weichem Untergrund bis zu Stromleitungen – und hilft, Unfälle und Schäden zu vermeiden.

Wer den Einsatzort prüft, Risiken bewertet und Maßnahmen dokumentiert, arbeitet nicht nur sicherer, sondern auch effizienter. Ob Baustelle, Lager oder Eventfläche: Eine gute Vorbereitung spart Stillstand, Geld und Nerven – und schützt Mensch und Maschine.

Wer Arbeitsbühnen, Teleskoplader oder Stapler einsetzt, trägt Verantwortung – nicht nur für die Technik, sondern auch für den Ort des Einsatzes. Eine fundierte Risikoanalyse ist deshalb Pflicht, bevor überhaupt ein Gerät abhebt oder fährt. Dieser Ratgeber erklärt, wie Betriebe Gefahren erkennen, bewerten und sicher vermeiden können – praxisnah und nach DGUV-Standard.

Warum die Gefährdungsbeurteilung so wichtig ist

Eine Hubarbeitsbühne ist nur so sicher wie der Ort, an dem sie steht. Boden, Umgebung, Witterung, Personenverkehr – alles spielt zusammen. Viele Unfälle entstehen nicht durch Defekte, sondern weil vorher niemand genau hingeschaut hat. Eine gute Gefährdungsbeurteilung macht genau das: Sie erkennt Schwachstellen, bevor etwas passiert.

Und ja – sie ist gesetzlich Pflicht. Aber vor allem ist sie ein Stück gesunder Menschenverstand im System.

Gesetzliche Basis – kurz und klar

Du musst keine Paragrafen wälzen, um zu wissen, worauf es ankommt. Trotzdem hilft’s, die wichtigsten Regeln zu kennen:

  • Arbeitsschutzgesetz (§§ 5, 6): Gefährdungen erkennen, bewerten, dokumentieren.
  • Betriebssicherheitsverordnung: Sicherheit beim Umgang mit Arbeitsmitteln – also auch Bühnen und Staplern.
  • DGUV Regel 100-500: Anforderungen an Prüfung, Bedienung und Unterweisung.
  • TRBS 2111 Teil 1 & 4: Mechanische Gefährdungen und mobile Arbeitsmittel.
  • DIN EN 280: Bau- und Sicherheitsanforderungen an Hubarbeitsbühnen.

Wie TRBS und EN-Normen zusammenspielen, liest du hier: TRBS und EN-Normen einfach erklärt

So läuft eine saubere Gefährdungsbeurteilung ab

Ob Baustelle, Lagerhalle oder Eventfläche – die Schritte sind immer dieselben. Entscheidend ist, dass sie konsequent umgesetzt werden:

  1. Einsatz und Bedingungen klären: Was wird gemacht? Wo, wie lange, unter welchen Umständen?
  2. Standort prüfen: Untergrund, Platz, Gefälle, Hindernisse, Freileitungen.
  3. Gefährdungen erkennen: Kippgefahr, Stromkontakt, Quetschstellen, Sichtprobleme.
  4. Risiko einschätzen: Wie wahrscheinlich? Wie schwer wäre der Schaden?
  5. Maßnahmen festlegen: Technisch (z. B. Abstützung), organisatorisch (z. B. Absperrung), persönlich (PSAgA).
  6. Dokumentieren: Prüfblatt, Checkliste, Notfallplan – Hauptsache nachvollziehbar.

Typische Risiken – und wie du sie in den Griff bekommst

Baustelle

  • Weicher Boden oder Gefälle – Gefahr des Einsinkens oder Kippens.
  • Baustellenverkehr mit LKW und Baggern – Quetschgefahr.
  • Wind, Regen, unklare Wege – verringerte Standsicherheit.

Praxis-Tipp: Tragfähigkeit prüfen, Stützplatten legen, Wettergrenzen definieren. Mehr zur Bodenbelastung findest du hier.

Industriehalle oder Lager

  • Enge Wege, schlechte Sicht – Risiko für Kollisionen.
  • Mischverkehr zwischen Fußgängern und Geräten.
  • Rutschige Böden durch Öl oder Feuchtigkeit.

Maßnahme: Fahr- und Fußwege trennen, Spiegel oder Kameras nutzen, Boden sauber halten, Licht checken.

Event- oder Außenfläche

  • Unkontrollierte Personenströme.
  • Wetterumschwünge und Stromanlagen in der Nähe.
  • Beengte oder improvisierte Stellflächen.

Maßnahme: Zonen absperren, Abstützung sichern, Rettungswege markieren.

Checkliste: Worauf du immer achten solltest

Prüfpunkt Beschreibung Empfohlene Maßnahme
Bodenbeschaffenheit Tragfähigkeit, Neigung, Untergrund Abstützplatten, visuelle Kontrolle, kein „Pi-mal-Daumen“
Wetterlage Wind, Regen, Eis Einsatzgrenzen nach Hersteller beachten
Freileitungen Abstand nach Spannung Mind. 3 m bis 110 kV, Netzbetreiber informieren
Bedienerqualifikation z.B. Gültiger SYSTEM-CARD-Ausweis Nur geschulte Bediener einsetzen
Notfallplan Rettung, Notablass, Kommunikation Vor Einsatz prüfen und unterweisen

Verantwortung: Wer macht was?

  • Betreiber: Führt die Gefährdungsbeurteilung durch und setzt Maßnahmen um.
  • Bediener: Meldet Mängel, arbeitet nach Unterweisung.
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit: Unterstützt und dokumentiert.
  • Vermieter: Liefert ein geprüftes Gerät – aber die Verantwortung vor Ort bleibt bei dir.

Mehr zu den DGUV-Regeln findest du hier.

Fazit: Sicherheit ist kein Papierkram

Eine Gefährdungsbeurteilung ist mehr als ein Formular. Sie ist dein Sicherheitsnetz – für Mitarbeitende, Projekte und Termine. Wer sie ernst nimmt, spart sich Ärger, Ausfallzeiten und im Zweifel richtig Geld. Und genau das ist der Unterschied zwischen „läuft schon“ und „läuft sicher“.

Wenn du dir unsicher bist, wie du Risiken am Einsatzort richtig einschätzt: Wir unterstützen dich gern. Als Vermieter mit Erfahrung aus hunderten Einsätzen wissen wir, wo’s kritisch wird – und wie du’s vermeidest.

Benjamin_Biberger_f09df03b-780b-4e03-8991-ca3f20113b29 - BIBERGER
Über den Autor

Benjamin Biberger

Geschäftsführer

Benjamin ist Gründer und Geschäftsführer von BIBERGER Arbeitsbühnen & Stapler.

Er ist verantwortlich für die kaufmännischen und administrativen Bereiche des Unternehmens und sorgt gemeinsam mit seinem Team für die Optimierung der betrieblichen Abläufe und die optimale Unterstützung der Kunden bei ihren Projekten.

Durch seine langjährige Erfahrung in den Bereichen Organisation und Projektmanagement sorgt er für ein stabiles Fundament – im eigenen Tagesgeschäft, in der nachhaltigen Weiterentwicklung der Prozesse sowie in der Zusammenarbeit mit Partnern und Kunden.

Unser redaktioneller Qualitätsanspruch

Die Fachinhalte auf biberger.de werden redaktionell erstellt, geprüft und fortlaufend gepflegt. Grundlage ist unsere tägliche Arbeit mit Arbeitsbühnen, Teleskopstaplern und Flurförderzeugen – in Vermietung, Verkauf, Einsatzplanung und technischer Betreuung.

Jeder Beitrag entsteht aus realen Erfahrungswerten und wird redaktionell nach Fachkriterien auf Verständlichkeit, Genauigkeit und Praxisbezug überprüft. Technische Aussagen werden regelmäßig gegen aktuelle Branchenstandards und bewährte Verfahren abgeglichen.

Ziel unserer Veröffentlichungen ist es, verlässliches Fachwissen zugänglich zu machen und Anwendern, Entscheidern und Branchenpartnern Orientierung zu bieten. BIBERGER versteht sich als unabhängige Informationsplattform für sichere, wirtschaftliche und moderne Höhenzugangstechnik – fundiert, nachvollziehbar und frei von werblichem Einfluss.

Alle Inhalte dienen der fachlichen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Sicherheitsberatung. Trotz größter Sorgfalt können wir keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität oder die Anwendung im konkreten Projektfall übernehmen.

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FAQ

Was gehört alles zu einer Risikoanalyse?

Eine Risikoanalyse schaut sich nicht nur Gefahren an, sondern den kompletten Einsatz: Boden, Umgebung, Gerät, Personal und Wetter. Sie beschreibt, wo etwas schiefgehen kann, wie wahrscheinlich das ist – und was man dagegen tun kann. Im Idealfall endet sie mit einem klaren Maßnahmenplan, bevor die Bühne überhaupt hochfährt.

Welche Methoden gibt es für die Risikoanalyse?

In der Praxis nutzt man einfache Modelle wie die Risikomatrix (Eintrittswahrscheinlichkeit × Schwere des Schadens).

Größere Betriebe oder Vermieter arbeiten teils auch mit FMEA-Analysen oder Checklisten nach DGUV, um Risiken systematisch zu bewerten. Entscheidend ist nicht die Methode – sondern dass sie konsequent angewendet wird.

Was wird bei einer Risikoanalyse untersucht?

Untersucht wird alles, was die Sicherheit beeinflusst:

  • Zustand des Untergrunds
  • Tragfähigkeit und Standsicherheit
  • Abstände zu Hindernissen und Freileitungen
  • Wetterlage und Sichtverhältnisse
  • Qualifikation der Bediener

So entsteht ein realistisches Bild, ob der geplante Einsatz sicher durchführbar ist – oder Anpassungen nötig sind.

Was kostet eine Risikoanalyse?

Eine Risikoanalyse kostet in erster Linie Zeit und Aufmerksamkeit – kein Geld. Sie kann intern vom Betrieb, der Sicherheitsfachkraft oder dem Vermieter durchgeführt werden. Nur bei besonders sensiblen Einsätzen (z. B. in Chemieanlagen oder auf Hochspannungsarealen) werden externe Fachkräfte hinzugezogen.

Wer macht eine Risikoanalyse?

In der Regel der Betreiber bzw. Auftraggeber der Arbeiten. Bei Mietgeräten hilft oft der Vermieter, weil er das technische Know-how zur Bühne oder zum Stapler hat.

Bei größeren Baustellen kann auch die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Projektleiter die Verantwortung übernehmen – Hauptsache, jemand hat das Thema klar auf dem Tisch.

Was umfasst eine Risikoanalyse bei Arbeitsbühnen?

Sie umfasst den gesamten Ablauf – von der Anlieferung über den Aufbau bis zum Rücktransport.

Das Ziel: Risiken wie Umkippen, Stromschlag, Quetschungen oder Fehlbedienung erkennen, bewerten und mit klaren Maßnahmen absichern.

Kurz gesagt: Kein Einsatz ohne vorher zu wissen, wo die Grenzen liegen.

Welche Arten der Risikoanalyse gibt es?

Im technischen Bereich unterscheidet man z. B.:

  • Qualitative Analysen (z. B. Sichtprüfung, Erfahrung, Checkliste)
  • Quantitative Analysen (z. B. Berechnung von Tragfähigkeit, Windlast, Neigung)
    Für Arbeitsbühnen und Stapler ist die qualitative Analyse nach DGUV Standard – praxisnah, schnell und absolut ausreichend, wenn sie konsequent durchgeführt wird.

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